Archiv der Kategorie Vertrauen

Aufgefischt

Du hast mich aufgefischt, Herr,

aus der Tiefe meines Lebens,

herausgeholt aus den Strudeln des Alltags,

ungewissen Strömungen entrissen.

Du hast mich aufgefischt, Herr,

und eingeladen zu dir,

in deine Gemeinschaft,

an deinen Tisch.

Du hast mich aufgefischt, Herr,

zusammen mit vielen anderen,

mich in ein Netz gespannt,

das mich hält und trägt.

Du hast mich aufgefischt, Herr,

mir einen neuen Horizont aufgetan,

mich ins Weite blicken lassen,

mir Mut gemacht zum Leben gemacht.

Du hast mich aufgefischt, Herr,

denn du bist für mich,

du reichst mir deine Hand,

ich danke dir.

(Autor unbekannt)

Spät habe ich dich geliebt

Spät hab’ ich dich geliebt,
o Schönheit,
so alt und so neu,
spät dich geliebt!

Und siehe,
drinnen warst du und ich draußen,
suchte dich da
und warf mich auf all das Schöne,
das du gemacht,
und war doch selbst so hässlich.

Du warst bei mir, aber ich nicht bei dir.

Fernab hielt mich von dir all das,
was doch nicht wäre, wär’ es nicht in dir.

Da hast du gerufen,
geschrien,
den Bann meiner Taubheit gebrochen,
hast geblitzt,
gestrahlt
und meine Blindheit verscheucht.

Deinen Duft hab’ ich geatmet
und seufze nun nach dir.

Ich habe dich geschmeckt
und hungere und dürste nun.

Du hast mich berührt,
und ich bin entbrannt
in Verlangen
nach deinem Frieden.

aus: Aurelius Augustinus, Bekenntnisse

Gott, zu dir rufe ich

Gott zu Dir rufe ich!

Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu Dir; Ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht.

Ich bin einsam, aber du verläßt mich nicht.

Ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe.

Ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede.

In mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist die Geduld.

Ich verstehe Deine Wege nicht, aber Du weißt den Weg für mich.

(Dietrich Bonhoeffer)

Ich mag mich wegen Dir

Manchmal
geht die Welt unter
sterben Leute, die ich kenne
sterbe ich selber

Manchmal
morde ich
zerstöre ich
räche ich mich

Manchmal
geht es nicht weiter
dreht sich alles im Kreis
ist alles dunkel und kalt

Manchmal
träume ich diese grausamen Dinge
die ihre Wurzeln tief in meiner Seele haben
dann habe ich Angst vor mir selber

Manchmal
wenn das passiert
bin ich froh, daß Du mir zuhörst
das tut gut

Durch Dich
mag ich mich selber ein bisschen
Manchmal

Verena Besche (16) aus: Marcus C. Leitschuh (Hrsg.) Fit für Gott - Gebete und Texte junger Christen, Pattloch Verlag

Wenn ich wüsste

Wenn ich mit Sicherheit wüßte,
daß es Gott gibt
oder
daß es ihn nicht gibt,
wäre mein Leben ohne Spannung.

Kathrin Brutscher (16) aus: Marcus C. Leitschuh (Hrsg.) Fit für Gott - Gebete und Texte junger Christen, Pattloch Verlag

Vertrauen wagen

Ja, vielleicht, Gott…
…bist du meine Zeit zum Atmen:
der Reiz der Freiheit, den ich aufsauge;
bist wie eine Landkarte in fremden Landen.
Ja, vielleicht, Gott…
…bist du meine Zeit zum Leben:
das Buch, in das ich tausend Briefe schreiben will;
bist der Sesam-Öffne-Dich meines Inneren.
Ja, vielleicht, Gott…
…bist Du meine Zeit der Freude:
das Öl im Getriebe meines Gehirns;
bist wie die Wärme, die meinen Geist berührt.
Ja, vielleicht, Gott…
…bist du meine Zeit der Ruhe:
der Sanitäter, der mich aus den Trümmern meines Ehrgeizes birgt;
bist wie der Schein der Sonne durch das Blätterdach.
Ja, vielleicht, Gott…
…nein, ganz sicher:
steht meine Zeit in deinen Händen.

Sebastian Grund (27) aus: Marcus C. Leitschuh (Hrsg.) Fit für Gott - Gebete und Texte junger Christen, Pattloch Verlag

Trotzdem

Trotzdem

Gottes Sohn wird
in Betlehem
geboren.

Die Verhältnisse:
ärmlich!

Die Umstände:
erbärmlich!

Die Aussichten:
schmählich!

Die Geburt:
trotz(t)dem!

Die Botschaft:
wegweisend!

Stephan Weiler (30) aus: Marcus C. Leitschuh (Hrsg.) Fit für Gott - Gebete und Texte junger Christen, Pattloch Verlag

Misstrauen

Herr,
mein Gott, Menschen haben mich im Stich gelassen, wo ich sie gebraucht hätte. Hilf mir, dass ich mein Vertrauen wieder gewinne und mich nicht verschließe.

Amen.

|