Archiv der Kategorie Vergebung

Spät habe ich dich geliebt

Spät hab’ ich dich geliebt,
o Schönheit,
so alt und so neu,
spät dich geliebt!

Und siehe,
drinnen warst du und ich draußen,
suchte dich da
und warf mich auf all das Schöne,
das du gemacht,
und war doch selbst so hässlich.

Du warst bei mir, aber ich nicht bei dir.

Fernab hielt mich von dir all das,
was doch nicht wäre, wär’ es nicht in dir.

Da hast du gerufen,
geschrien,
den Bann meiner Taubheit gebrochen,
hast geblitzt,
gestrahlt
und meine Blindheit verscheucht.

Deinen Duft hab’ ich geatmet
und seufze nun nach dir.

Ich habe dich geschmeckt
und hungere und dürste nun.

Du hast mich berührt,
und ich bin entbrannt
in Verlangen
nach deinem Frieden.

aus: Aurelius Augustinus, Bekenntnisse

Vergib mir…

Unser täglich Brot,
die Handvoll Reis,
die Schüssel Hirsebrei
gib uns heute.

Unser täglich Brot,
die biologische Vollwertkost,
die vegetarische Rohkost
gib uns heute.

Unser täglich Brot,
das schnelle Fast Food,
den billigen Imbiss
gib uns heute.

Unser täglich Brot,
das stilvolle Drei-Gänge-Menue,
das extravagante Schlemmer-Diner
gib uns heute.

Unser täglich Brot,
gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
durch die nicht alle Menschen
das gleiche Brot
am gemeinsamen Tisch
essen können.

Stephan Weiler (30) aus: Marcus C. Leitschuh (Hrsg.) Fit für Gott - Gebete und Texte junger Christen, Pattloch Verlag

Politik und Schuld

Herr,
ich habe gesündigt. Du weißt es schon längst.
Ich habe zu viel Gefallen an der Macht und dem Einfluss bekommen. Es ist mir zu Kopf gestiegen und hat mich gefangen genommen. Ich konnte nicht mehr für die Menschen, sondern nur noch für mich da sein. Alles, was mich interessiert hat, war wie ich wirke und welche Meinung die Menschen von mir haben. Dabei sind meine eigentlichen Aufgaben viel zu kurz gekommen. Ich habe schlechte Politik gemacht und mich nicht mehr eingesetzt. Dabei hatte ich doch so große Ziele. Ich wollte wirklich viel verändern, besser machen und nun? Vergib mir und hilf mir neu anzufangen. Danke! Amen.

Vergib mir!

Vater,
ich habe gesündigt und bin schuldig geworden an dir und meinen Mitmenschen. Vergib mir! Ich vertraue mich dir an und berge mich in deiner Gnade. Es tut mir leid, Herr. Verzeih mir. Wende dein Angesicht nicht von mir ab und nimm mich wieder auf. Deine Gnade ist grenzenlos. Ich danke dir!

Amen.

in Schuld

Barmherziger Gott, wir bekennen,
dass wir in Sünde gefangen sind
und uns nicht selbst befreien können.
Wir haben gegen dich gesündigt in Gedanken,
Worten und Werken durch das, was wir getan
und durch das, was wir unterlassen haben.
Wir haben dich nicht von Herzen geliebt,
wir haben unseren Nächsten nicht geliebt wie uns selbst.
Um deines Sohnes Jesu Christi willen erbarme dich unser.
Vergib uns, erneuere uns und leite uns,
dass wir Freude haben an deinem Willen und auf deinen Wegen gehen
zur Ehre deines heiligen Namens. Amen.

|