Archiv der Kategorie Gott/Glaube

Spät habe ich dich geliebt

Spät hab’ ich dich geliebt,
o Schönheit,
so alt und so neu,
spät dich geliebt!

Und siehe,
drinnen warst du und ich draußen,
suchte dich da
und warf mich auf all das Schöne,
das du gemacht,
und war doch selbst so hässlich.

Du warst bei mir, aber ich nicht bei dir.

Fernab hielt mich von dir all das,
was doch nicht wäre, wär’ es nicht in dir.

Da hast du gerufen,
geschrien,
den Bann meiner Taubheit gebrochen,
hast geblitzt,
gestrahlt
und meine Blindheit verscheucht.

Deinen Duft hab’ ich geatmet
und seufze nun nach dir.

Ich habe dich geschmeckt
und hungere und dürste nun.

Du hast mich berührt,
und ich bin entbrannt
in Verlangen
nach deinem Frieden.

aus: Aurelius Augustinus, Bekenntnisse

Die Macht der Liebe

Guter Gott,

deine Macht ist die Liebe. Wir danken dir für dein Erbarmen und deine Gnade, die sich in Jesus Christus so tief herabgebeugt hat, dass wir davon getragen werden. Wir brauchen den anderen nicht zu beurteilen und dürfen uns selbst loslassen, denn du hälst uns. Mache uns stark zur Schwäche, die alles von dir erwartet. Durch Jesus Christus. Amen.

Näher zu Dir

Herr, wir waren auf dem Mond und schauen uns die Sterne mit dem Fernrohr wie aus nächster Nähe an. Aber sind wir dadurch dir tatsächlich einen Schritt näher gekommen?

Wir reißen Löcher in den Himmel und setzen Satelliten hinein. Sie funken Tag und Nacht zu uns hinunter. Aber hören darum mehr und besser auf dich?

Herr, wir sind schneller als der Schall und stärker als die Atome. Aber vor dir verkriechen wir uns trotzdem in die hinterste Ecke. Warum meiden wir den Kontakt?

Öffne uns Mund und Ohren. Damit wir dich hören und dir antworten, wenn du uns in deiner Liebe begegnest und mit uns sprichst.

Amen.

Gott

Auferstehung

unbeschwert leicht
flügelhaft sanft
nicht mehr wüste
nur noch leicht
langer atem
offenes tor
hinaus in weite
knospen erwachen

junger zweig erwacht
sonne spiegelt sich im fluß
grenzstein ohne grenze

ankommen: etwas
vollständiger; oft jedoch
zweifelndes warten.

Gott:
meine sehnsucht
nach dir
verhallt
wie tönende wellen
in einem tiefen see
den der wind
streichelt.

Sybille Gerwig (29) aus: Marcus C. Leitschuh (Hrsg.) Fit für Gott - Gebete und Texte junger Christen, Pattloch Verlag

Gott

Herr,
es gibt Tage, an denen ich deine Nähe besonders erlebe. Dann meine ich fast, dass du deine HAnd auf meine Schulter legst und sagst: Ich habe dich lieb!
Aber Herr, manchmal überfallen mich die Zweifel. Zweifel an meinem Christsein oder an deinem Wort. Dann frage ich mich, ob du überhaupt existierst.
Herr, ich danke dir, dass du mich von allen Seiten umgibst. Ob ich glaube oder zweifle, du liebst mich und vergibst mir. Amen.

Christ werden

Herr Jesus Christus,
bisher habe ich ohne dich gelebt. Ich sehe ein, dass ich viele Fehler in meinem Leben gemacht habe und meine Schuld und Sünde mich von dir trennt. Bitte vergib mir meine Schuld. Übernimm du nun die Führung meines Lebens. Erfülle mich ganz mir deiner Kraft und der Fülle deines überfließenden Lebens, wie du es versprochen hast. Verändere mich so, wie du mich haben willst. Danke, dass du für meine Schuld am Kreuz gestorben bist und mir vergeben hast. Danke, dass du mein Gebet beantwortet hast und nun mein Herr und Erlöser bist. Amen.

Bist du immer da, Gott?

Wo warst Du, als er noch ein Bier bestellte?
Wo warst Du, als er ins Auto stieg?
Wo warst Du, als er aus der Kurve flog?
Warst Du bei ihm, als sie sagten, da sei
nichts mehr zu machen?

Kerstin Siegert (15) aus: Marcus C. Leitschuh (Hrsg.) Fit für Gott - Gebete und Texte junger Christen, Pattloch Verlag

Du bist mir fremd

Herr,
du bist mir fremd geworden. Wann war es das letzte Mal, dass ich gebetet habe? Heute will ich es wieder versuchen. Sei mir nahe und erhöre mich! Erweise dich mir als lebendiger Gott, dem ich nicht egal bin. Eigentlich kann ich es nicht ertragen, dass du so fern bist von mir. Ich will doch mit dir leben. Aber manchmal erscheint alles so fragwürdig, so sinnlos. Wo bist du, Herr, sei mir wieder nahe. Ich kann ohne dich nicht leben.

Amen.

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