Neujahr

Mein Herr und mein GOTT!
Ein ereignisreiches Jahr neigt sich seinem Ende zu. Dies ist uns ein Anlass, Dir zu danken für die vielen Gaben, die Du uns das ganze Jahr hindurch gewährt und geschenkt hast, auch wenn wir das meistens gar nicht gemerkt haben.
Wir danken Dir für Deine Gnade, mit der Du uns ständig überreich beschenken wolltest, und die wir oft nur teilweise oder gar nicht angenommen haben. Besonders danken wir Dir für die Gnaden die uns in den Sakramenten und der hl. Messe zugeflossen sind.
Wir danken Dir für Deine Treue, mit der Du uns durch das Jahr begleitet hast, auch wenn wir Dir und Deinen Geboten untreu waren.
Wir danken Dir für Deine Liebe, die größer war, als alle Liebe zusammengenommen, die wir durch unsere Nächsten im letzten Jahr erfahren haben. Beschämt schauen wir auf unsere schwache Gottes- und Nächstenliebe.

Wir wollen Dir aber auch für die kleinen Dinge des Lebens danken:
Für die Begegnung mit Menschen, mit denen wir fröhliche Stunden verbracht haben.
Für die kleinen und großen Erfolge bei unserer Arbeit, die uns Ansporn gaben weiterzumachen.
Für die Schwierigkeiten und Misserfolge bei unserer Arbeit, die uns zeigten, dass unser Tun begrenzt und nur Stückwerk ist und unser Ziel nicht diese Welt ist.
Für die Blumen am Wegrand, deren Anblick uns erfreut hat.
Für die strahlende Sonne, die uns Licht und Wärme im Übermaß gespendet hat und darüber hinaus mit ihrem Schein jedes Mal auch unser Gemüt erhellt hat.
Für die vielfältigen Gaben der Natur, die unser Leben erhalten.

Wir haben Dir nun am Ende des Jahres mit Worten gedankt für Deine Gaben an uns. Doch viel lieber wäre Dir der Dank durch unsere Taten das ganze Jahr hindurch gewesen. Doch da haben wir bei weitem nicht das getan, was Du wolltest.
Unzählige Male haben wir gesündigt und Dich dadurch schwer beleidigt. Deine Liebe haben wir mit Undank beantwortet. Es gibt keine Entschuldigung für unsere Sünden. Aber wir bereuen sie von Herzen und nehmen uns fest vor sie im nächsten Jahr nicht mehr zu begehen. Voll Eifer wollen wir das Gute tun. Durch die Verdienste Jesu Christi am Kreuz wagen wir es, unsere Sünden Deiner Barmherzigkeit anzuempfehlen. Nimm sie hinweg von uns. Lass uns mit reinem Herzen das neue Jahr beginnen.

Aber eins sollte uns dabei klar sein: Alleine können wir niemals im Guten verharren. Ständig sind wir auf Deine Gnade angewiesen, um nicht zu fallen. Stärke uns auch im neuen Jahr durch Deine Grade. Wir versprechen Dir, dass wir Dich oft im Gebet um Deine Gnade anflehen. Nur so können wir besser werden.
Behüte uns davor, dass wir uns im nächsten Jahr an Silvester eingestehen müssen: Herr ich stehe heute nicht besser vor Dir da als vor einem Jahr. Gib uns vielmehr die Gnade, dass wir demütig sprechen können:
Herr, durch Deine Gnade ist meine Liebe zu Dir gewachsen.

Wir haben nun soeben auf das alte Jahr zurückgeschaut. Ein Neues liegt vor uns. Wir wissen nicht was im Einzelnen geschehen wird. Die Zukunft liegt wie eine Landschaft in der Morgendämmerung vor uns. Je weiter wir schauen wollen, desto weniger sehen wir. Nur grobe Verläufe sind zu Erahnen, doch auch sie können täuschen. Ungewiss ist die Zukunft für uns. Doch eins ist für uns gewiss: Du kennst schon jeden Augenblick unserer Zukunft genauestens und in jedem Augenblick wirst Du bei uns sein mit deiner Gnade und deiner Liebe.
Alles gereicht denen zum Guten, die Gott lieben. So können wir also doch in einer tiefen Geborgenheit in die Zukunft blicken.

Das Leid und das Kreuz ist Bestandteil des Lebens seit dem Sündenfall. Auch im nächsten Jahr wird es uns begleiten. Der Teufel wird auch im nächsten Jahr wieder versuchen möglichst viele Seelen zum Bösen zu verführen.

Deshalb ist es notwendig, dass wir Dich um Deine Gnade bitten für uns und die Welt im neuen Jahr:
für die Familien, dass sie eine gute christliche Gemeinschaft werden,
für die Staatenlenker, dass sie Deine Gesetze achten und gerecht und barmherzig regieren,
für Deine Hirten, dass sie sich mit Engagement für Dein Reich einsetzen,
für uns, dass wir Deine Wege besser erkennen und tapferer gehen.

Wir danken Dir, allmächtiger Gott. Amen.

Dietmar

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